Die vielleicht verrückteste Restaurierungs-Geschichte des Jahres passiert im TRIEBWERK.

 

Spurensuche, Scheunenfunde, Kellerkinder, vergessene Schätze, unverhoffte Wiederauferstehungen – Geschichten dieser Gewichtsklasse haben alle, die sich für historische Automobile interessieren, schon einmal gelesen. Aber gilt das auch für die folgende Anekdote aus dem „Lost Place“, einem vergessenen Gebäudekomplex im hohen Norden Deutschlands? Verteilt auf mehrere seit Jahren nicht mehr betretene Hallen, schuf dort ein Wuppertaler Autohändler einen veritablen Schatz aus Oldtimer-Fahrzeugen, Motoren, Einzelteilen und allerlei Kleinzeug. Als der Mann schließlich verstarb, hinterließ er seinem Sohn ein von Hand geschriebenes Register, das den Schätzwert all seiner in Ehren vergammelten Preziosen mit der Genauigkeit eines Vollkaufmanns erfasste. Der Filius wusste schon seit Kindesbeinen, dass er im Konvolut des alten Herrn auch einen Porsche Carrera 6 (Typ 906) des Jahrgangs 1966 finden würde – doch wo genau sollte der seltene und heute so hoch gehandelte Prototyp inmitten des Irrgartens aus Edelmetall zu finden sein?

 

Eike Dürrhagen, ein entfernter Verwandter des Erben, stellte den Kontakt zu Christian Wilms her. Der Mitbegründer des TRIEBWERKS in Schwelm und Technik-Tüftler aus Leidenschaft, ahnte die Antwort vor seinem ersten Ausflug in den „Lost Place“. „Ich nahm an, dass sich das seltene Sportfahrzeug in Einzelteilen in der Liegenschaft befinden würde – also begab ich mich zusammen mit dem Erben auf die Suche“, berichtet er. Tatsächlich handelte es sich um ein schwer zugängliches, angefangenes Restaurierungsprojekt. Es war weitgehend vollständig vorhanden und umfassend dokumentiert. Eine Herausforderung blieb: Die aufwändige Restaurierung war nicht abgeschlossen worden, die Kunststoff-Komponenten der Karosserie beispielsweise waren unlackiert aufgelegt worden, für die übrigen Gewerke galt dasselbe. Einzig der Gitterrohrrahmen, auf den der 1966 in den Markt eingeführte Rennsportwagen aufbaut, zeigte sich in neuwertigem Top-Zustand – eine ideale Grundlage, auf der sich weiter aufbauen ließ. Christian Wilms reiste noch einige Male in den „Lost Place“, um nach weiteren Teilen zu forschen – und wurde jedes Mal fündig: Das eine Mal erwischte er eine vor Jahren reproduzierte Radaufhängung, beim nächsten Mal das noch wertvollere Original. Fest stand allerdings auch, dass es mit dem Puzzlespiel allein nicht getan sein würde – eine professionelle, sprich: umfassende Aufarbeitung eines 55 Jahre alten Zeitzeugen der Marke Porsche bedarf vor allem Zeit, Personal … und Budget.

 

Letzteres stand dem Nachkommen des außergewöhnlichen Sammlers nicht unbegrenzt zur Verfügung. Ein Konzept musste entwickelt werden, um die Restaurierung finanzieren zu können. Die Lösung: Zunächst sollten die einfacher zu verwertenden Bestandteile des Familiennachlasses an den Mann (oder die Frau) gebracht werden, um die nötigen Mittel aufzutreiben. Auch in dieser Hinsicht bot Christian Wilms mit dem TRIEBWERK die nötige Hilfe und das nötige Netzwerk – stets mit der Intention, sich bei Erfolg mit dem faszinierenden Rennsport-Coupé aus den sechziger Jahren beschäftigen zu können. Inzwischen ist das Projekt am Standort Schwelm gestartet worden, die Bestandsaufnahme ist erfolgt, mit den ersten konkreten Bauabschnitten wird in Kürze begonnen. Als Projektleiter fungiert Swen Hensel. Christian Wilms sieht gemeinsam mit ihm spannenden Monaten entgegen: „Ich habe mich anfangs zwar gefühlt wie in einer dieser Fernsehsendungen mit Tine Wittler, aber es hat sich schon jetzt mehr als gelohnt, in der automobilen Vergangenheit gewühlt zu haben!“

 

Mehr demnächst an dieser Stelle – Fortsetzung folgt!

 

Verantwortlich für Inhalt und Fotografie: Carsten Krome, netzwerkeins GmbH

 

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